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PC vs Konsole 2006

Joy­stiq brachte ges­tern die­sen Arti­kel. Inhalt: Mark Rein, sei­nes Zei­chens irgend­eine Größe bei Epic Games, pro­pa­gierte mit der Aus­sage “Intel is kil­ling pc gaming”. Auf den ers­ten Blick alles recht unspek­ta­ku­lär und eigent­lich kei­nen Ein­trag wert, oder doch?

Eine kleine Ana­lyse aus mei­ner Sicht. Mein aktu­el­les WoW-System ist mitt­ler­weile knapp über 4 Jahre alt. Die Xbox360 ist die­sem Sys­tem tech­nisch weit über­le­gen und besitzt einen Preis, der dafür kon­kur­renz­los gut ist. Zwar wird es die­ses Jahr einen neuen Rech­ner geben, aber die Zei­ten, in denen der PC-Spieler sein Sys­tem alle zwei Jahre aus­tau­schen musste, sind vor­bei. Das hat nichts mit Intels Onboard Grafik-Systemen zu tun, son­dern mit der Tat­sa­che, dass sich die Tech­nik nicht mehr so wahr­nehm­bar wei­ter ent­wi­ckelt, wie dies noch vor 10 Jah­ren der Fall war, als fast monat­lich neue Gra­fik­schnitt­stel­len und -kar­ten, den Markt über­flu­te­ten. Die gesamte PC-Gaming Bran­che hängt am Tropf von Micro­softs Direct-X, und genau in die­sem Rhyth­mus wird die Mehr­heit der Spie­ler ihr Sys­tem wech­seln. Das durch­schnitt­li­che Spie­ler­auge sieht kei­nen Unter­schied zwi­schen Shader-Format 2.0 und Shader-Format 3.0 mehr.

Schauen wir uns Epic-Games Hin­ter­grund etwas näher an. Womit ver­dient Epic das meiste Geld? Mit der Lizen­sie­rung ihrer Unreal-Engine. Epic lebt somit von der Jagd nach Frames-per-Second, Self-Shadowing, HDR-Rendering und Displacement-Mapping. Zeugs, woran sich der durch­schnitt­li­che Spie­ler satt gese­hen hat. Lei­der genau das, womit Epic sein Geld ver­dient. Epic basiert dar­auf, dass sich der PC-Spieler alle 6 Monate eine neue Grafik-Karte kauft, so dass sie anschlie­ßend ihre Engi­nes upgraden und neu lizen­sie­ren kön­nen. Eine Grafik-Karte, die Jahre im PC des Kun­den ver­weilt, stört Epics aktu­el­les Geschäfts­mo­dell.

Auf der Konsolen-Seite sieht es ganz genau so aus. Das Nin­tendo DS, ver­kauft sich Wel­ten bes­ser als Sonys PSP, ein Sys­tem was tech­nisch dem DS weit über­le­gen ist. Die XBOX360 ver­kauft sich seit dem Release nicht wirk­lich bes­ser, als die alte XBOX, Sony dage­gen setzt immer noch Unmen­gen ihrer tech­nisch rück­stän­di­gen PS2 ab. Sicher spie­len hier auch andere Fak­to­ren mit, aber der Trend ist klar. Man ver­kauft heute keine Platt­form mehr, wenn man nur mit dem “hier ist die Gra­fik am schönsten”-Schild durch die Gegend rennt. Epic Games setzt lei­der genau auf die­ses Kon­zept.

Hmm da gab es doch so ein aktu­el­les PC-Spiel, das erfolg­reichste Spiel der letz­ten 10 Jahre über­haupt… mir fällt grad der Titel nicht ein, ach doch World of War­craft. Oh ja PC-Gaming liegt echt im Ster­ben, oder viel­leicht doch nur für Epic Games?

Was ist nun das Fazit die­ses Tex­tes? Im Jahre 2006 ist ein Gra­fik­stan­dard defi­niert, der keine top­ak­tu­el­len PC und Kon­so­len­sys­teme mehr benö­tigt, um kom­mer­zi­ell erfolg­reich zu sein. PC-Gaming stirbt wie Video­ga­ming erst dann, wenn die Spiele abstin­ken. Mit der Tech­nik allein, hat das nichts mehr zu tun. Beide Platt­for­men haben sich so sehr ange­gli­chen, dass man mit dem Kampf bei­der Lager gegen­ein­an­der, kein Geld mehr ver­die­nen kann. Nur weil Epic Games immer weni­ger ihrer Unreal-Aufgüsse und weni­ger Engine-Lizensen ver­kauft, stirbt der PC als Spiel-Plattform nicht aus, son­dern nur die Unreal-Serie und das Geschäfts­mo­dell des Engine-Resellings.

3 Kommentare

Für diesen Eintrag wurden die Kommentare geschlossen.

  • #1
  • Do, 13. Juli 2006
  • Marc schrieb:

Ich sehe das aber genau wie mein (fast) Namens­vet­ter Mark:

Spiele: PC vs Kon­sole

Webmaster

Immer diese furcht­bar schön bebil­der­ten Blog-Einträge!

  • #3
  • Sa, 07. Oktober 2006
  • Marc schrieb:

Ich muss auch zuge­ben, dass ich mir da beson­ders viel Mühe gege­ben habe. =)