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Fußball WM 2006 mit nur 346 Wörtern

Die WM-Hysterie ist vor­bei und mit was für einem wür­di­gem Finishing-Move ver­ab­schie­det sich, eines der bekann­tes­ten Gesich­ter der Fußball-Geschichte? Ein Kopf­stoß ganz im Stil von Blan­kas Upper-Fierce. Auch wenn das Abschluss­spiel, wie die gesamte WM, spie­le­ri­schen Glanz ver­mis­sen ließ, so schaffte es Zidane mit nur zwei Aktio­nen, auch die­ses ansons­ten seichte Spor­t­er­leb­nis, in die Geschichts­bü­cher zu reis­sen. Dem cools­ten Elf­me­ter, den ich jemals sehen durfte, folgte der nun schon legen­däre Kopf­stoß. Schade, dass es die Fran­zo­sen den­noch nicht mehr geschafft haben, dass Spiel für sich zu ent­schei­den.

Wun­der­schön zu sehen, wie unsere heute Medien-Welt funk­tio­niert. Zwar kri­ti­sie­ren durch die Bank weg alle Medien Zidane’s Finishing-Move, aber dies mit der Freude und der Genug­tu­ung im Hin­ter­kopf, durch die­sen klei­nen Aus­set­zer, über­haupt eine lesens­werte Schlag­zeile zu bekom­men. Sicher war es falsch, aber es fügte dem Spiel einen Unter­hal­tungs­wert hinzu, der ansons­ten in unte­ren Regio­nen ange­sie­delt wor­den wäre. Zidane sollte die Sport­art wech­seln, er hätte sicher­lich keine schlech­ten Chan­cen, in die­sen Free-Fight Dis­zi­pli­nen. Die­ser Move ges­tern zeigte sehr brauch­bare Ansätze.

Ok fas­sen wir diese WM ganz kurz zusam­men. Der moderne Fuß­ball ist effek­tiv, gleich­zei­tig lang­wei­lig und unspek­ta­ku­lär. Alle Geheim­fa­vo­ri­ten sind recht schnell aus­ge­schie­den. Man kann im Jahre 2006, mit nur einer Sturm­spitze ins End­spiel kom­men. Mit nur weni­gen Bie­ren und einem gefärb­ten Stück Stoff, kann man in Deutsch­land zum Vollblut-Patrioten wer­den und wenn der Alko­hol abklingt und man nicht mehr unter den Mas­sen weilt, dann kommt die bekannte Lethar­gie zurück und über­deckt jede Form von künst­li­chem Natio­nal­stolz.

Was bleibt sonst noch? Ach ja, die brü­tende Hitze mag nun bitte genauso ver­schwin­den, wie sie mit Beginn die­ser WM erschie­nen ist. Ich will mei­nen ver­reg­ne­ten, zu küh­len deut­schen Som­mer wie­der, mit “das Glas-ist-halb-leer” Aus­sich­ten, Poli­ti­kern die sich öffent­lich strei­ten und nicht mit dem Kai­ser live im TV schmu­sen, Sommer-Blockbuster, die nun end­lich ihren deut­schen Release fin­den, ehe­ma­lige Patrio­ten und Fußball-Fans, die plötz­lich nichts mehr mit dem Fuß­ball der Bun­des­liga anfan­gen kön­nen, ein musi­ka­li­sches Klima ohne “54-74…” ohne “das sich was dreht” und ohne “football’s com­ing home”, Fußball-Stadien, die end­lich wie­der den Namen der Spon­so­ren tra­gen… kurz um, das gewohnte deut­sche Medien-Klima.

2 Kommentare

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  • #1
  • Mo, 10. Juli 2006
  • Glyx schrieb:

Ich hasse das gewohnte deut­sche Medien-Klima. /hug WM2006 ~Glyx

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Ich mag es auch nicht beson­ders, aber ich mag Authen­zi­tät, wel­che sich in den letz­ten Wochen irgend­wie sehr ver­steckt hat. ;)