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Gilden in World of Warcraft

Zur Zeit sta­peln sich neue Ein­trags­ent­würfe. Da World of War­craft dank der e3 wie­der in aller Munde ist, möchte ich die momen­tane Phase der WoW-basierten The­men fort­set­zen.

Zur Suche einer neuen Gilde, gehört auch das Sich­ten des momen­ta­nen Gil­den­ma­te­ri­als des Ser­vers. Mein Main-Server ist wohl einer der volls­ten deut­schen PvE Ser­ver: Gil­neas. So eine hohe Ser­ver­po­pu­la­tion kann auch Vor­teile haben, näm­lich zum Bei­spiel dann, wenn man ein all­ge­mei­nes Bild der Gilden-Situation in WoW zeich­nen möchte. In den letz­ten Wochen schaute ich wel­che Gil­den es gibt, was die so spie­len, wie­viele Mit­glie­der sie haben… das übli­che Zeug halt.

Mein ers­tes Fazit war über­ra­schend. Die Gil­den­si­tua­tion auf mei­nem Ser­ver unter­schei­det sich grund­le­gend, von dem was ich aus Ever­quest gewohnt war. Die­ser Ein­trag soll zei­gen, wie und warum Wow was Gil­den betrifft anders ist.

Einsamer BauerGanz offen­sicht­lich gibt es in WoW ungleich mehr Spie­ler und so auch mehr Gil­den, als auf mei­nem dama­li­gen EQ Ser­ver. Warcraftrealms.com spricht von einem Durch­schnitt von ca. 1600 Alli­anz­spie­lern pro Abend. Ein durch­aus gro­ßer Pool an Spie­ler­ma­te­rial. Solu­sek Ro, mein ehe­ma­li­ger EQ Ser­ver, kam zu Stoß­zei­ten auf höchs­tens ein Drit­tel die­ser Spie­ler­menge. Nicht umsonst spricht Bliz­zard von 6 Mil­lio­nen Spie­lern.

Nun seit der Ein­füh­rung die­ses Gen­res, sind ein paar Jahre ver­gan­gen und Spie­ler wis­sen heute wozu Gil­den exis­tie­ren: End­game, was immer das auch für jeden ein­zel­nen bedeu­ten mag. Gil­neas scheint ins­ge­samt nicht ein­mal eine Hand voll Gil­den zu besit­zen, die eigen­stän­dig und regel­mä­ßig Black­wing Lair lee­ren kön­nen. WoW besitzt dage­gen unzäh­lige Rai­dal­li­an­zen, Ver­su­che von sepa­ra­ten Gil­den, sich zum rei­nen Zweck des Rai­dens, zusam­men zu schlie­ßen. Diese Tat­sa­che, der vie­len bes­ser oder schlech­ter funk­tio­nie­ren­den Raid-Allianzen, war wirk­lich über­ra­schend, mitt­ler­weile wun­dert mich diese Situa­tion nicht mehr.

Instan­zen und Infor­ma­tio­nen

Ich schrieb damals in einem Arti­kel:

Was ist heute anders als vor 5 Jah­ren? Als EQ damals an den Start ging, bau­ten sich mit dem Spiel Informations-Netzwerke auf. Web­sei­ten wie Allak­hazam oder Cas­ters Realm erblick­ten das Licht der Welt. Ziel die­ser Sei­ten war es, einen zen­tra­len Anlauf­punkt, für Infor­ma­tio­nen zum Spiel, bereit zu stel­len. Inner­halb von 5 Jah­ren haben sol­che Sei­ten eine Effi­zi­enz erreicht, die erschre­ckend ist. Inner­halb von Minu­ten sind neuste Infor­ma­tio­nen eines Spiels, für jeden erreich­bar. Ergeb­nis des­sen? Die kleine aber feine Varia­ble des Unbe­kann­ten ist heute nicht mehr exis­tent.

Worin unter­schied sich eine gute und eine schlechte Everquest-Raidgilde im Jahr 2001? In einer guten Gilde, gab es sehr brauch­bare Infor­ma­ti­ons­quel­len für Raid­con­tent, in einer weni­ger guten Gilde nicht. Die­ser Unter­schied exis­tiert heute nicht mehr. Infor­ma­tio­nen zu sämt­li­chem Con­tent, sind inner­halb von Minu­ten für jeden zugäng­lich. Somit ent­fällt die Funk­tion der Infor­ma­ti­ons­be­schaf­fung fast völ­lig. Jeder hat heute Anlauf­stel­len dank Spoi­ler­si­tes und Co. Eine Raid­gilde braucht somit kein Mit­glied mehr, wel­ches als ein­zi­ges die wert­vol­len Infor­ma­tio­nen besitzt, um Raidboss-X besie­gen zu kön­nen. Jedes Mit­glied kann das heute.

We are the Guild. Resistance is futile.

Ein wei­te­rer wich­ti­ger Punkt sind natür­lich Instan­zen und Raid-Spieler-Limits. WoWs momen­ta­nes End­game besteht pri­mär aus 40 Spie­ler Instan­zen und wie sehen die fes­ten und völ­lig eigen­stän­di­gen End­game Gil­den mei­nes Ser­vers aus? Yup, ein fixe Mit­glie­der­zahl von knapp über 40 Spie­lern.

Viele Gil­den möch­ten sich nicht in die­ses Schema drän­gen las­sen und möch­ten mehr oder weni­ger Mit­glie­der haben. Diese Gil­den wür­den ohne Rai­dal­li­an­zen völ­lig durch das Endgame-Raster fal­len. Ever­quest hatte eben­falls ein Schema für End­game Gilden-Roster, wel­ches ste­tig in der Spie­ler­zahl vari­ierte. Nur gab es damals nicht die Mög­lich­keit der Instan­zen und Alli­an­zen zwi­schen Gil­den erüb­rig­ten sich somit. End­game Con­tent wurde blo­ckiert, diese Blo­ckade exis­tiert in WoW nicht.

Dies sind zwei vie­ler Gründe für das Funk­tio­nie­ren von Gilden-Allianzen in WoW. Als ein MMO­ler der alten Schule, sehe ich die­sem Phä­no­men eher mit gemisch­ten Gefüh­len ent­ge­gen. Schön, dass sich nun auch kleine Gil­den behaup­ten kön­nen, aber zu wel­chem Preis?

“There is no spoon.”

Der Gedanke einer Gil­den­ko­ope­ra­tion, wider­strebt mir irgend­wie noch. Nicht nur des­halb, weil sich auch auf mei­nem WoW Ser­ver, einige der ers­ten Raid-Allianzen mitt­ler­weile in ihrer vier­ten oder fünf­ten Auf­lage befin­den. Ich möchte kein Schwarz­ma­ler sein, aber auf lange Sicht, sehe ich keine Zukunft für sol­che Zusam­men­schlüsse von Gil­den. Dra­men in einer ein­zel­nen Gilde sind schon schlimm genug, das ganze dop­pelt oder drei­fach, ist irgend­wann immer der Sarg­na­gel auf jeder Alli­anz. Wobei es immer wie­der die lobens­werte Aus­nahme gibt. Eine mei­ner alten Everquest-Gilden, befin­det sich nun im drit­ten Jahr einer Alli­anz und gräbt sich seit­dem kon­ti­nu­ier­lich im End­game vor­ran.

Ich finde es span­nend, wie Spiel­sys­teme, Spie­ler­struk­tu­ren ver­än­dern kön­nen. WoW sähe ohne Instan­zen und der Unmen­gen an Spoiler-Webseiten anders aus. Auch des­halb fin­den wir hier eine andere MMO Welt vor, in der auch kleine Gil­den aktiv im aktu­el­len End­game beste­hen kön­nen, wenn auch nicht abso­lut eigen­stän­dig. Dies mag wohl auch der Grund sein, der mir per­sön­lich etwas miss­fällt. Der Gedanke der eigen­stän­di­gen Leis­tung geht zu Guns­ten von Loot­gier und auf Grund des zu weni­gen Con­t­ents ver­lo­ren.

von unten nach oben

Die Situa­tion mei­nes Ser­vers ist auch aus ande­rer Sicht sehr span­nend. Es exis­tiert prak­tisch nur eine kon­kur­renz­lose Top-Tier End­game Gilde. Wer also 24 Stun­den am Tag rai­den möchte, hat eigent­lich nur eine Option, einer selbst­stän­di­gen Gilde. Diese Gilde besitzt somit den Luxus, mehr als wäh­le­risch bei der Aus­wahl neuer Mit­glie­der zu sein.

Sämt­li­che ande­ren Gil­den berei­ten sozu­sa­gen, das Spie­ler­ma­te­rial für sol­che Gil­den vor. Das war schon immer so und das wird immer so blei­ben. Wenn man will, ist sind Gil­den­struk­tu­ren in einem MMO häu­fig in einer Art Pyra­mi­den­form auf­ge­baut. Unten die vie­len klei­nen Gil­den, an der Spitze eine ganz knappe Aus­wahl an Top-Tier Gil­den. Wie auch im Con­tent arbei­ten sich Spie­ler meist schritt­weise von unten nach _oben.

Hier unter­schei­det sich WoW kaum von Ever­quest. Der Pro­zess, dass kleine Gil­den, Spie­ler für andere Gil­den vor­be­rei­ten ist wie gesagt nichts Neues. In WoW ist dies sogar noch ein­fa­cher mög­lich, da theo­re­tisch die Aus­rüs­tung der Spie­ler keine Hürde mehr ist. Neue Mit­glie­der sind schnel­ler als je zuvor aus­ge­rüs­tet. Item­an­for­de­run­gen an neue Mit­glie­der sind in WoW ein vor­ge­scho­be­nes Argu­ment. Jede Gilde kann selbst Mit­glie­der ohne ein ein­zi­ges Item, inner­halb von 2 oder 3, auf einen brauch­ba­ren Item­stan­dard brin­gen. Beson­ders zum jet­zi­gen Zeit­punkt, wo es 3 bis 4 rela­tiv ähnli­che Item­quel­len gibt, die teils mehr­fach wöchent­lich zu far­men sind. Dass

Riva­li­tä­ten sind zwi­schen Gil­den sind auf einem PvE Ser­ver, heut­zu­tage wohl nicht mehr exis­tent, da eine Grund­lage für Kon­flikte völ­lig fehlt. Es gibt kei­nen Con­tent zu blo­ckie­ren und es ist nicht mög­lich Raids andere Gil­den zu stö­ren. In einem Spiel mit sol­chen Spie­ler­zah­len, ist der ein­zelne Spie­ler auch weni­ger von Bedeu­tung. Beson­ders gekop­pelt mit der Tat­sa­che, dass Items halt nichts beson­de­res mehr sind, mögen sie noch so gut sein, macht jeden aus­tausch­bar. Jede Gilde die ihren MT ver­liert, hat inner­halb einer Woche einen neuen gleich­wer­tig aus­ge­stat­te­ten, wenn sie es möchte.

Ein dama­li­ger voll­aus­ge­stat­te­ter Everquest-Maintank, mit den bes­ten Aggro Waf­fen, war eine Zeit­in­ves­ti­tion von Mona­ten. Solch ein Ver­lust lies sich nicht so schnell kom­pen­sie­ren, wie es WoW heute erlaubt, auch darum sind die Spieler-Fluktuationen in WoW so über­ra­schend hoch.

5 - 10 - 15 - 20 - 40

Die nächste Hürde steht WoW wohl erst mit der Erwei­te­rung bevor, näm­lich dann wenn die Spie­ler­zah­len auf Raids wie­der mun­ter hin- und her­wech­seln. In die­sem Punkt wer­den Zusam­men­schlüsse, wie oben beschrie­bene Alli­an­zen, wohl am fle­xi­bels­ten rea­gie­ren kön­nen und ein Wech­sel zwi­schen Raid­zo­nen für 40 oder 10 Spie­ler soll­ten keine Hürde dar­stel­len. Schwie­ri­ger wird es dann in einer fes­ten Gilde, die dann wohl­mög­lich nicht ihre ein­ge­fah­re­nen Struk­tu­ren anpas­sen kann. Plötz­lich muss sich Eventleader-X auf viel­leicht zwei Raids auf­split­ten, zu dumm nur, dass Instance-Lockout-Timer dies erschwe­ren wer­den.

Ever­quest hatte eine Zeit, wo die Spie­ler­zah­len für Raids fast täg­lich wech­sel­ten: Pla­nes of Power führte ein 72 Spie­ler Limit ein, was kurze Zeit spä­ter auf 54 und sogar auf 36 fiel. Eine Zeit, wo mehr als eine bestän­dige Gilde Pro­bleme bekam. Es ist davon aus­zu­ge­hen, dass es in WoW nicht so pro­ble­ma­tisch wer­den dürfte, da Bliz­zard vom 40 Limit für das Rai­dendgame nicht ablas­sen wird. Ein­fach aus­ge­drückt, wer­den die bes­ten Items des Spiels, immer aus 40er Raid­zo­nen kom­men.

Der Mecha­nis­mus der Lockout-Timer, bringt zur Zeit Con­tent ins Blick­feld von Gil­den, für die ein Zul­Gu­rub ohne Lock­out Timer auf Black­wing Lair oder Ahn­Qui­raj, sich­lich kein Thema wär. So ver­hin­dert man, dass große Raid­gil­den ihr Ros­ter auf klei­nere Raid­zo­nen anpas­sen müs­sen und diese Schiene wird Bliz­zard auch wei­ter fah­ren.

Schaut man aus dem Käfig der eige­nen Gilde hin­aus, ent­deckt man in WoW ein sehr dyna­mi­schere Spie­ler­struk­tur, als ich es aus Ever­quest gewöhnt war. Wie man hof­fent­lich nun gele­sen hat, kom­men sol­che Unter­schiede nicht zufäl­lig zustande. WoW bleibt auch was Gil­den betrifft, sei­ner “MMO-light” These treu.

4 Kommentare

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  • #1
  • Mi, 24. Mai 2006
  • Glyx schrieb:

Auch des­halb fin­den wir hier eine andere MMO Welt vor, in der auch kleine Gil­den aktiv im aktu­el­len End­game beste­hen kön­nen, wenn auch nicht abso­lut eigen­stän­dig. Dies mag wohl auch der Grund sein, der mir per­sön­lich etwas miss­fällt. Der Gedanke der eigen­stän­di­gen Leis­tung geht zu Guns­ten von Loot­gier und auf Grund des zu weni­gen Con­t­ents ver­lo­ren.

Genau das sehe ich lei­der bei mir in der Gilde. Ehe­mals klein ist sie inner­halb weni­ger Monate auf eine Größe von über 60 Accounts gewach­sen. Dies lag vor allen Din­gen an den all­abend­li­chen Strat-, Scholo-, DM- und UBRS-Runs, die sich zu Zei­ten von Zul’Gurub natür­lich auch dort hin erwei­ter­ten. Aller­dings waren wir, als die ers­ten T0-Sets gefarmt waren, lei­der noch zu klein um selbst in den gro­ßen, bösen Kern zu gehen, so dass jeder zum Schmied sei­nes eige­nen Glücks wurde und sich auf die Suche nach einem der begehr­ten - weil raren - MC-Plätze zu machen.

Klar, dass es dadurch irgend­wann zum Drama kom­men musste. Ein Groß­teil der Gil­den­lei­tung war bei einem Raid unter­ge­kom­men und wollte die­sen auch nicht mehr ver­las­sen, so dass unser Raid­plan quasi auf dem Abfall des Groß­raids basierte… “Wir gehen heute nicht nach Zul, weil wir MC haben…”

Je mehr Leute MC-Raidgruppen fan­den (ich schätze mal auf min­des­tens fünf ver­schie­dene) und je wei­ter man im Kon­tent kam (BWL, AQ), desto weni­ger Leute fan­den sich, die gleich­zei­tig Zeit hat­ten und so blie­ben die - eigent­lich fest ein­ge­plan­ten - Zul’g und AQ20er mehr und mehr aus.

Irgend­wann platzte ein Kra­gen und ca. 15 Leute ver­lie­ßen die Gilde, grün­de­ten eine eigene. Inter­es­sant zu sehen ist, dass diese Leute auch alle bei ein und dem­sel­ben Raid rai­den und dem­ent­spre­chend den glei­chen “Ter­min­plan” zu Grunde legen kön­nen.

Inter­es­sant ist auch, dass wir um Weih­nach­ten herum, als die meis­ten Raids meh­rere Wochen pau­sier­ten, den Kern gil­den­in­tern bis auf Rag­na­ros lee­ren konn­ten - die meis­ten Bosse im First­try. Es wäre also durch­aus mög­lich gewe­sen das Raid-Tohuwabohu auf­zu­lö­sen, aber anschei­nend war es den meis­ten ein­fach zu viel Arbeit und denen, die bereits BWL in Angriff nah­men, ein zu gro­ßer Rück­schritt… Gier > all?!

Natür­lich nicht! Denn das ein­zige Argu­ment, das vor­ge­bracht wurde, waren die Freund­schaf­ten, die sich inner­halb des jewei­li­gen Raids gebil­det hat­ten und die man natür­lich nicht auf­ge­ben wollte… wer’s glaubt…

Dies ist das große Dilema der aus dem Game erwach­se­nen Gil­den. Der Sprung von 15 (inzwi­schen 20) auf 40 bricht vie­len ein­fach das Genick. Gil­den­all­tag besteht bei uns inzwi­schen fast aus­schließ­lich aus

/g Gildenmember1: [epi­sches Item XYZ] /g Gildenmember2: grz! /g Gildenmember3: grz! /g Gildenmember4: grz!

Wie lange ich das noch aus­halte… ich weiß es nicht… aber genauso wenig wüßte ich, wo ich sonst hin­ge­hen sollte… denn auch, wenn wir kaum noch was zusam­men­ma­chen… man seine Gil­dies schon irgend­wie ins Herz geschlos­sen.

Fazit: Eine Gilde ist schön, aber in WoW mit Sicher­heit kein Muss. Man kann mit jedem belie­bi­gen Raid X mit­ge­hen, wenn man sich nur darum küm­mert, da kann eine Gilde hilf­reich sein, muss sie aber nicht. Gute Leute fin­den einen Platz auf der Flist… und /w ist sowieso dein bes­ter Freund. Con­tent­le­vel und Gil­den­größe müs­sen zusam­men­pas­sen, ansons­ten kommt es irgend­wann zum Bruch. Die Zeit zwi­schen UBRS/Zul’G und MC könnte man dem­nach fast schon als “Soll­bruch­stelle” aus­ma­chen.

~Glyx

Webmaster

Mein Pro­blem mit WoWs Gil­den­struk­tu­ren ist für andere sicher ein Vor­teil, aber jede Woche mit neuen Gesich­tern über Items zu sab­bern ent­spricht nicht mei­ner Vor­stel­lung von Spaß. Ich sehe auch das Sytem der Raid IDs als zwei­schnei­dig, abso­lute Frei­heit lässt es nicht zu, bin­det aber gleich­zei­tig Spie­ler zusam­men. WoWs ist eine wun­der­bare Test­an­lage für eine solch inten­sive Nut­zung von Instan­zen, die auch die Pro­bleme zeigt.

Aller­dings waren wir, als die ers­ten T0-Sets gefarmt waren, lei­der noch zu klein um selbst in den gro­ßen, bösen Kern zu gehen, so dass jeder zum Schmied sei­nes eige­nen Glücks wurde und sich auf die Suche nach einem der begehr­ten - weil raren - MC-Plätze zu machen.

Das wird das Schick­sal unzäh­li­ger “wir sind keine Raidgilde”-Gilden sein. Jede Fami­li­en­gilde, hat frü­her oder spä­ter Mit­glie­der, die an die Grenze ihrer Pro­gres­sion sto­ßen. WoW ver­läuft im PvE in die­sem Punkt extrem linear. Wer lvl 60 ist und mehr als X-Anzahl von Stun­den pro Woche in das Spiel inves­tiert, steckt rela­tiv schnell im Pro­gres­si­ons­loch fest. Es gibt keine Option für 20er Gil­den mehr als Y-Anzahl an Stun­den die Woche sinn­voll zu nut­zen. Für grö­ßere Gil­den gibt es diese Optio­nen.

Dank WoWs so offe­nem Infor­ma­ti­ons­pool, sieht auch der letzte recht schnell, wie die nächste Karotte aus­sieht und will mehr als sein T0 Set. Wenn Gil­den an dem Punkt nicht objek­tiv han­deln, kommt das Drama. Auch der größte Heuch­ler von Guild­lea­der, kann einen Still­stand der Gilde nicht ewig ver­schlei­ern. Wie auch du schon schil­derst, an dem Punkt wo die Karot­ten vor den Nasen der Mit­glie­der, unter­schied­lich süß schme­cken (MC Gear/BWL Gear), hat die Gilde keine echte Chance mehr, wei­ter zu beste­hen.

WoW fehlt eine Pro­gres­si­on­li­nie, die sich neben der übli­chen Zone­pro­gres­sion befin­det und die linear ver­läuft und nicht so abar­tig vari­iert wie der ZG>MC>BWL>AQ>Nax Pfad. Wenn Bliz­zard klug ist, wer­den sie PvP zu die­sem zwei­ten Pfad machen. In der jet­zi­gen Form ist er es defi­ni­tiv noch nicht.

  • #3
  • Mi, 24. Mai 2006
  • Glyx schrieb:

Wenn Bliz­zard klug ist, wer­den sie PvP zu die­sem zwei­ten Pfad machen.

Der Weg des Schwer­tes? xD Ich glaube nicht, dass man daran ganze Gil­den zusam­men­schwei­ßen kann. Viel­leicht ändern die “offe­nen PvP-Objectives” in Burning Cru­sade ein wenig daran, aber auch diese müs­sen von der gesam­ten Frak­tion gehal­ten wer­den und kön­nen dem­nach nicht nur der Gilde als Gilde nütz­lich sein.

Reine PvP-Gilden kön­nen eigent­lich kaum exis­tie­ren… dafür ist auch das PvP zu linear… keine Kom­mu­ni­ka­tion, keine wech­seln­den Bünd­nisse… all das macht es schwer einen Anker­punkt für das “Wir gegen die” auch in den Köp­fen zu fin­den…

~Glyx

Webmaster

Ich glaube nicht, dass man daran ganze Gil­den zusam­men­schwei­ßen kann.

Oh doch das hat viele Jahre in EQ funk­tio­niert. Man muss den Spie­lern mit mehr Zeit, nur Mög­lich­kei­ten geben. Lass Spie­ler linear ohne 40er Gilde im Rücken, Raid-Level Gear im PvP bekom­men, halt nur mit der dop­pel­ten oder drei­fa­chen Zeit­in­ves­ti­tion. Wer in EQ in einer klei­nen Gilde zuviel Zeit hatte, konnte sei­nem Cha­rak­ter not­falls sogar solo AA-Punkte (ver­gleich­bar mit WoWs Talent Punk­ten) erspie­len. Es gab somit keine ver­schwen­dete Minu­ten wie in WoW. Zuge­ge­ben, AAs brach­ten andere Pro­bleme mit sich, aber als ein wei­te­rer Pro­gres­si­ons­pfad, funk­tio­nierte die­ses Sys­tem abso­lut.

WoW hat alle Zuta­ten dafür bereits im Spiel: PvP Rang Sys­tem und Items. Es gibt sogar schon mitt­ler­weile lineare PvP Pro­gres­sion: Repu­ta­tion Rewards, nur stö­ren hier halt wie­der andere Kom­po­nen­ten die­sen Pfad. Man kann kei­nen Spie­ler zu 600 Batt­le­ground Spie­len zwin­gen, wofür er auf jedes meh­rere Stunde war­ten muss. Ein linea­rer Grind muss extrem kon­stant sein, nur dann wird er ange­nom­men.

Eine mög­li­che Lösung sähe ein PvP Quest Sys­tem vor womit man effi­zi­ent solo Ehren­punkte grin­den kann: ohne Queues und ohne PCs. Am bes­ten in der Nähe von den popu­lä­ren Anlauf­punk­ten, ich wär sogar für aus­ge­wählte PvP flag­ged Zonen, auch auf den PvE Ser­vern. PvP in WoW hat rie­si­ges Poten­tial, hof­fen wir sie ent­fes­seln es mit dem Patch 1.12.