09
02

der Schlüssel zum MMO Erfolg

Der Arti­kel “Gil­den in WoW” muss noch etwas war­ten. Ich möchte dabei was Neues pro­bie­ren, was etwas mehr Zeit kos­tet, darum gibt es zum Frei­tag was Span­nen­des zum Spie­len, ohne Scho­ko­lade.

Diese e3 ist aus MMO Sicht, so lang­wei­lig wie schon lange nicht mehr. Wir befin­den uns in der “ein west­li­ches MMO hat 6 Mil­lio­nen Spieler”-Phase, wo man nie­man­den mehr mit Pro­duk­ten, die gerade auf der e3 bewor­ben wer­den, hin­ter dem Ofen her­vor locken kann.

Schauen wir erst­mal zu Bliz­zard, was von WoW so auf der welt­größ­ten Spie­le­messe gezeigt wird: eine schlecht model­lierte neue Rasse, deren Lore man sich im täg­li­chen Drogen-Brainstorming erdacht zu haben scheint (“RAUMSCHIFF, RAUMSCHIFF!”), einen Trai­ler der zu 30% aus alten CGI Mate­rial besteht, des­sen Macher Bliz­zard längst ver­las­sen haben, ein Inter­view, wel­ches erschre­ckend ehr­lich ist und viele Infos zum kom­men­den Patch, die auch ohne die welt­größ­ten Spie­le­messe ver­öf­fent­licht wor­den wären. Fazit: lang­wei­lig!

Und den­noch sehe ich einen anhal­ten­den Erfolg für die­ses Pro­dukt. Es ist zwar mies sei­nen eige­nen Kom­men­tar zu zitie­ren, aber es ist Frei­tag, da ist sowas erlaubt:

Does anyone here think that hard­core Van­guard will out­sell casual World of War­craft?

No it will not out­sell WoW, cause SOEs/Sigil and 80% of the whole gaming indus­try is just not able to create user fri­endly ent­ries into their pro­ducts, like Bliz­zard is able to. But think about it. WoWs casual phase is just level 1 to lvl 60, wich is too short even for the casu­als. Sud­denly the casual WoW is not this casual any­more. The mecha­nics do not change, but the time invest­ments for achie­ve­ments do. Well now lets look for the hard­core grinds in EQ, wich do not change at all. The grind starts with level 1 and keeps stay­ing up to Death­knell or wha­te­ver the cur­rent end­game raid­zone now is.

I think SOEs grind vision does not betray the player in a way WoWs shift in its achie­ve­ment curve does. Mol­ten Core and Co. is just as unre­achable for the mas­ses like EQs end­game once was. So in theory the entry into the game hooks or sca­res the new play­ers, it is not the way the high level con­tent is done. When you have inves­ted so much time into a cha­rac­ter, to max its limit, play­ers will not switch their game anytime soon. Bliz­zard excels in shrou­ding the grind star­ting with lvl 60, that is how they keep the mas­ses play­ing. Its not cause ever­yone is cha­sing the car­rot that is Rag­na­ros and Nefa­rius loot.

It is so funny, but for me the cur­rent situa­tion is 2000 all over again, where you have one vir­tually untouchable com­pe­ti­tor, wich is easily beata­ble in the end. There no lon­ger is a hid­den secret why MMO-X suc­ceeds or MMO-Y fai­led. Just create some­thing wich is a known brand and make it acces­si­ble for the mas­ses. There you go, enjoy your 1 mil­lion cust­o­mers at least. This is WoWs pri­mary achie­ve­ment, “secret” if you will, its acces­si­bi­lity is far ahead its com­pe­ti­tors pro­ducts. Acces­si­bi­lity will be the key to suc­cess for any MMO pro­duct post WoW. That is why i think we will see a very long lifespan of WoWs huge suc­cess. The gaming indus­try is full of tech savvy and game obses­sed crea­tors, who have no clue how to create acces­si­ble pro­ducts.

psst

Hier als ers­tes zu lesen, das Geheim­nis von WoWs unver­gleich­li­chem Erfolg: makel­lose Zugäng­lich­keit, nicht mehr und nicht weni­ger. Es gibt heute so ver­dammt junge WoW Spie­ler, die bei jedem ande­ren MMO sofort das Weite suchen wür­den, allein schon weil das Inter­face zu unüber­sicht­lich und der Ablauf zu träge ist. WoW ist nicht durch die weni­gen Hard­core MMO­ler groß gewor­den, son­dern durch die Mil­lio­nen ande­rer, die von jedem ande­ren MMO sofort ver­schreckt wor­den wären.

Als ich vor 6 Jah­ren EQ begann, sah die Demo­gra­phie der Spie­ler extrem homo­gen aus. Ein Blick auf WoW dage­gen zeigt Spie­ler von 10 bis 70 Jah­ren, von denen die Masse keine 10 Level in Ever­quest über­stan­den hätte, ein­fach weil die Lern­kurve ein Wand war und in WoW ein Spa­zier­gang ist. Es ist kein Zufall, dass in WoW jede Klasse ein beson­dere Level 10 Quest erhält. Mit die­ser Quest hat man 80% der Spie­ler am Haken. Das Timing der ers­ten 30 Level in WoW ist per­fekt.

Es ist ein abso­lu­tes Rät­sel, wie Bliz­zard ihre Kun­den hal­ten kann. Obwohl so rät­sel­haft ist das eigent­lich nicht, denn wie ich oben schon schreibe, ist kaum jemand im Stande, so leicht zugäng­li­che Pro­dukte zu ent­wi­ckeln, wie Bliz­zard. Es spielt keine Rolle wie fes­selnd, träge, auf­wen­dig, rie­sig, rea­lis­tisch oder tief ein MMO ist. Wich­tig ist nur, dass der Spie­ler ohne Fra­gen die ers­ten 10 Level selb­stän­dig über­steht. Klappt dass, dann ist der Erfolg fast garan­tiert. Con­tent ist fast sekun­där gewor­den, die­ser Rea­li­tät muss man sich stel­len. Es braucht kei­nen Harvard-Abschluss mehr um sich ein paar Fedex-Quests aus dem Hin­tern zu zie­hen: sammle Item-X und bringe es zu NPC-Y. Die Kom­ple­xi­tät eines Pong oder Pacman über­trifft immer noch 80% des heu­ti­gen Quest-Contents.

Hun­derte stu­pide aber zugäng­li­che Quests sind kom­ple­xen und span­nen­den, für die ich sepa­rate Sei­ten wie Allak­hazam oder Thott­bot lesen muss, über­le­gen. Und den­noch wer­den viele Stu­dios auf dem Gleis der hoch­kom­ple­xen Rät­sel wei­ter­fah­ren und sich wun­dern, wo ihre 6 Mil­lio­nen Spie­ler blei­ben.

here Wii come

World of War­craft ist das Nin­tendo Wii, der MMOs. Der erfolg­rei­che Ver­such, eine Nische für die Mas­sen zugäng­lich zu machen. Das haben sie nicht durch Endgame-Zonen erreicht, son­dern durch kleine feine Details wie die Aus­ru­fe­zei­chen über dem Kopf eines Quest NPCs, dem Quest­log, der Ingame-Karte und einer feh­ler­lo­sen Kurve von Cha­rak­ter­ent­wick­lung und Ziel­er­rei­chung, die eigent­lich bis Level 60 ansteigt und dann ein­bricht.

Ich weiß nicht wie das MMO nach WoW aus­se­hen muss. Wird man die beste­hende Spiel­er­ge­meinde anvi­sie­ren oder wird der Markt wei­ter erwei­tert wer­den? Eins ist jedoch abso­lut sicher, jedes kom­mende MMO wird seine Quest NPCs mit Aus­ru­fe­zei­chen ver­schö­nern wol­len, um über­haupt erfolg­reich sein zu kön­nen. Ein Van­guard oder was auch immer muss WoWs polier­ten und kratz­er­lo­sen Ein­stieg ins Spiel besit­zen. Diese Qua­li­tät an Zugäng­lich­keit ist in der Gaming-Industrie sehr sel­ten, des­halb ist das WoW-Killer-MMO noch ganz ganz ganz… ganz… ganz weit weg.

2 Kommentare

Für diesen Eintrag wurden die Kommentare geschlossen.

  • #1
  • Mi, 17. Mai 2006
  • Josh schrieb:

Bes­ser hätte ich es auch nicht aus­drü­cken kön­nen. Klar ner­ven an WoW die teils doch sehr seich­ten Quests und Story. WoW ist nicht wirk­lich ein Rol­len­spiel im klas­si­schen Sinn. Eher so etwas wie das Coun­ter­strike der Rol­len­spiele … Den­noch; ich per­sön­lich komme immer wie­der zu WoW zurück. Warum? Ein Fak­tor ist sicher der, dass meine Freunde WoW zocken. Denn für mich ist der soziale Fak­tor sehr wich­tig. Ich per­sön­lich liebe es mit Leu­ten zu spie­len, die ich auch per­sön­lich im RL kenne (natür­lich nicht ausch­ließ­lich). Somit würde ich z.B. auch EQ2 oder DAOC spie­len wenn denn meine Freunde dies auch tun wür­den. Aller­dings besitzt WoW im Gegen­satz zu allen ande­ren Spie­len einen unschlag­ba­ren Vor­teil; ich nenne es ein­mal “Fun­fac­tor”. So viel wie ich in die­sem Spiel schon gelacht habe, sei es im TS, aber beson­ders auch über die klei­nen aber fei­nen Anspie­lun­gen in WoW auf z.B. Filme usw. Ein Zwerg z.B. sieht so aus wie ich mir einen vor­stelle, die Mounts und Umge­bung sind ein­fach schön, die Stim­men der NPC und Sprü­che sind genial. Es steckt ein­fach sehr viel Liebe zum Detail darin. Neben der ein­fa­chen Zugäng­lich­keit ist die Optik ent­schei­dend und die denn Erfolg von WoW aus­ma­chen. Manch­mal fragt man sich, was die Macher geraucht haben müs­sen um auf diese Ideen zu kom­men. Bei ande­ren MMO‘s habe ich oft das Gefühl, als wür­den sie sich selbst ein­fach zu ernst neh­men.

Betrach­tet man sich auch mal die ganze Szene und Akti­vi­tä­ten um WoW herum, so kann ich nur sagen, Bliz­zard hat einen gran­dio­sen Job, trotz aller tech­ni­schen Pro­bleme (Lag, Log­in­pro­bleme usw.) gemacht. Man schaue sich nur ein­mal die gan­zen Film­chen an die von WoW-Spielern erstellt wer­den, die Sprü­che und Run­ning Gag‘s (ich denke da nur an “That?s a minus 50 DKP …) und vie­les mehr.

Und damit sind wir an einem ent­schei­de­nen Punkt, den Du auch ange­spro­chen hast; schaffe einen Kult und eine Com­mu­nity drum herum, und der Erfolg ist garan­tiert.

Somit wird sich jedes Spiel, wie Du eben­falls rich­tig gesagt hast, an WoW mes­sen las­sen müs­sen. Und da sehe ich auch, trotz aller teil­weise inter­es­san­ten aktu­el­len Ansätze, in den nächs­ten 5 Jah­ren keine Kon­kur­renz für Bliz­zard.

Für mich per­sön­lich ist WoW schlicht ein Aus­gleich und ein­fa­che Mög­lich­keit ein­fach mal den All­tag zu ver­ges­sen und Spass zu haben. Nicht mehr und nicht weni­ger.

Webmaster

Und damit sind wir an einem ent­schei­de­nen Punkt, den Du auch ange­spro­chen hast; schaffe einen Kult und eine Com­mu­nity drum herum, und der Erfolg ist garan­tiert.

Das ist auch ein Phä­no­men, was mich beein­druckt und wel­ches auch wie­derum erst heute so statt fin­den kann. Die Unmenge an WoW-Erscheinungen, abseits des eigent­li­chen Spiels sind unglaub­lich abwechs­lungs­reich und von erstaun­li­cher hoher Qua­li­tät, was Filme, News-Seiten etc. betrifft. Die Com­mu­nity an sich, mag nicht die intel­li­gen­teste und reifste sein, aber WoW-Machinima Filme und die schiere Masse an Mate­rial reisst, den ansons­ten schlech­ten Ruf raus.

Ansons­ten bin ich gespannt, ob wir in der Erwei­te­rung, den glei­chen Stan­dard an Qua­li­tät sehen wer­den und nicht ein­fach nur mehr Inhalt, mehr Items, mehr irgend­was. Außer der neuen Rasse, hat die e3 abso­lut nichts Neues ans Tages­licht gebracht.