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player created MMO content

Yup ein AggroMe Arti­kel ist Anlass die­ses Ein­trags. Das gute alte “Blogs-kanibalisieren-sich”-Spiel. Ich war immer ein gro­ßer Fan der Mod Szene, die Beto­nung liegt auf war. Achja die gute alte Zeit, als 3D Player Models noch mit weit unter 1000 Poly­go­nen aus­ka­men, die Mod­szene noch unschul­dig und inno­va­tiv war, ja sein musste, weil die Gren­zen so eng waren. Und heute? Jede zer­split­tete Mod­gruppe will das nächste Coun­ter Strike machen und damit reich wer­den. Keep on drea­ming.

Die Zeit der Inno­va­tio­nen ist ins­ge­samt gese­hen, auch in der Mod­ding Szene vor­bei. Man ist zu abhän­gig von diver­sen Tools gewor­den und lebt vom Recy­clen jah­real­ter Ideen und Lizen­sen und kopiert damit die kom­mer­zi­el­len Ent­wick­ler in schlimms­ter Weise. Keine guten Vor­raus­set­zun­gen, um ein Genre zu erobern, wel­ches höchst sen­si­bel auf Expe­ri­mente rea­giert, zu erschlie­ßen. Der nun schon legen­däre Hot-Coffee Mod, der eigent­lich nur ein Con­tent Hack ist, zeigt wie erwach­sen die gesamte Bran­che, Ent­wick­ler und Kon­su­men­ten, noch immer zu sein schei­nen. Ich erin­nere mich noch, als 98 das erste “Nude-Skin” die Quake Mod Szene unsi­cher machte und alle Down­loadre­korde für Mods brach. Player made pre­mium cotent? Nope.

Der AggroMe Arti­kel geht von einer ande­ren Rich­tung an das Thema heran. Nur gibts die klas­si­chen MUDs als füh­rende Bei­spiele nicht mehr. Füh­rer sind heute kom­mer­zi­elle Pro­jekte, wie die Ever­quest oder WoW IP. Alles höchst kapital- und wis­sens­in­ten­sive Pro­dukte. Hier sehe ich das erste Pro­blem. Solange Her­stel­ler von MMOs damit Geld ver­die­nen wol­len, kön­nen sie es sich schwer leis­ten, ein MMO zur Free­ware zu machen. Nichts ande­res muss pas­sie­ren, damit die Spie­ler eigen­stän­dig neue Inhalte ent­wer­fen kön­nen. Das viel grö­ßere Pro­blem jedoch, ist ein ganz ande­res.

balance me

Wenn ich etwas aus den hun­der­ten von Stun­den des Foren­le­sen, diver­ser MMOs gelernt habe, dann, dass die Masse halt doch nur Kon­su­men­ten sind und abso­lut kei­nen blas­sen Schim­mer vom Game­de­sign haben. MMO Con­tent sind in ers­ter Linie neue Quests, neue Zonen und neue Encoun­ter. Solch sen­si­ble Sachen in die Hände der unwis­sen­den Masse zu geben, wäre für ein aktu­el­les erfolg­rei­ches MMO der Todes­stoß.

MMO Game­de­sign muss Monate und Jah­re­lang geplant sein. Ich gehe davon aus, dass sämt­li­che gro­ßen Her­stel­ler Spre­adsheets für ihre MMOs haben, die zei­gen wo ein WoW oder ein Ever­quest in 4 Jah­ren sein möchte. Diese Weit­sicht ist für von Spie­ler gene­rier­ten Inhal­ten, unmög­lich zu erwar­ten. Eine Mod­gruppe kann froh sein 1 Jahr zu über­le­ben. Anschlie­ßend müsste jeg­li­cher Con­tent von den Ent­wick­lern abge­seg­net wer­den, wol­len die doch ihr Pro­dukt gut reprä­sen­tiert sehen. Ein dahin­ge­schlu­der­tes Dun­geon, mit scrip­ted Encoun­tern aus dem Stan­dar­te­di­tor, fügt einem MMO genau Null Mehr­wert hinzu. Also wozu dann über­haupt das Ganze? Nur dem Selbst­zweck her­aus, dem Spiel immer mehr und mehr Con­tent hinzu zu fügen, den sowieso nie­mand spie­len möchte oder sogar kann?

Jeder Con­tent, der in ein MMO vom Schlage eines WoW oder EQ ein­ge­fügt wird, beein­flusst das gesamte Sys­tem. Bes­tes Bei­spiel ist Dire Maul, eine Zone die in WoW nach dem Release ein­ge­fügt wurde. Diese Zone ist so gut itemi­zed, dass sie andere ältere Zonen, in glei­cher Level Range, über­flüs­sig macht. Die gute alte Mud­fla­tion. Neuer Con­tent macht alten Con­tent über­flüs­sig bzw. tri­vial. Gerade so etwas muss äußerst sen­si­bel behan­delt wer­den und das traue ich maxi­mal einem Bruch­teil der Spie­ler eines WoW oder EQ zu.

Gerade die offi­zie­len WoW Foren bewei­sen, wie eine moderne MMO Com­mu­nity funk­tio­niert. Whi­nes, Mecker- und Besser-Wisser-Topics wohin das Auge schaut. Jeder WoW Spie­ler hält sich für den ulti­ma­ti­ven Desi­gner, der sowieso alles viel bes­ser machen kann. Kro­nes schrieb:

“One of the rea­sons that ser­ved as a trig­ger was the out­come of my app­li­ca­tion for asso­ciate game desi­gner at Sigil Games, I didn´t expect to be hired, but I was hoping at the very least for a phone inter­view. I figu­red with all my play­ing expe­ri­ence in dif­fe­rent mmos, inclu­ding post history on the offi­cial forums (mainly game design dis­cus­sions) and actual game design essays I´ve waxed in a con­struc­tive man­ner, it would at the very least war­rant a phone inter­view, but nope, not even a call-back or an e-mail sta­ting we got your app! It was disap­poin­ting, because some of the guys I knew that got phone inter­views hadn´t even played EQ past level 30 nor did they sub­mit any mods. They didn´t have big-time com­pu­ter sci­ence degrees eit­her, these desi­gner openings were a level-entry posi­tion.“

Nur weil man, mag es auch über Jahre hin­weg, inten­siv ein MMO spielt, qua­li­fi­ziert das allein nicht zum ulti­ma­ti­ven MMO Desi­gner. Die Idee, durch Spie­ler erstellte Inhalte, auf ein kom­ple­xes Genre wie das MMORPG trans­por­tie­ren zu wol­len, klingt auf den ers­ten Blick, wie die per­fekte Lösung, für das Pro­blem des immer schnel­ler wer­den­den Inhalts­ver­brauchs. Aller­dings zeigt ein zwei­ter Blick, dass es einen Grund gibt, wieso MMO Inhalte soviel mehr Zeit ver­schlin­gen, als Off­line Sin­gle Player Con­tent. Ein gro­ßer Teil, geht allein dafür drauf, Con­tent sorg­fäl­tig in das beste­hende Sys­tem zu inte­grie­ren, um das große Ganze im Gleich­ge­wicht zu hal­ten. Genau die­ser Weit­blick dürfte bei durch Spie­ler erstell­ten Inhal­ten feh­len und sorgt dafür, dass “Player crea­ted Con­tent” so schnell kei­nen Ein­zug in MMOs fin­den wird.

1 Kommentar

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  • #1
  • Do, 28. Juli 2005
  • Mo schrieb:

Ja, sehe ich auch so. Die meis­ten Spie­ler, die Inhalte erstel­len wol­len, gehen sowieso von völ­lig fal­schen Vor­aus­set­zun­gen aus, weil sie das große Ganze nicht sehen (kön­nen) und sich nur auf das eigene Emp­fin­den und das ihrer Kum­pels ver­las­sen. Aller­dings gibt’s immer wie­der nette Bei­spiele für spiel­er­ge­ne­rierte Inhalte in Nicht-MMOs (wie zuletzt bei Fal­con 4.0), da ist das natür­lich auch wesent­lich ein­fa­cher.

Dass die Szene inkl. der Presse nicht mal annä­hernd erwach­sen gewor­den ist, hachja, das ist lei­der nix neues.